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Christian Dirk Rowell Gouache Kunst

AUSHALTEN

oder was wird wenn?

Zwei Hände – in Gelb, mit nach unten gerichteten Fingern – scheinen zu tropfen oder etwas abzugeben. Sie versuchen auch etwas zu empfangen.

Aus ihnen fließt blaues Material, das sich nach unten hin in eine Art Wasserfläche ergießt. Gleichzeitig brennen die Handgelenke oder Arme in rot-orangen Flammen nach oben.

Doppelte Bewegung

  • Oben: Feuer, aufsteigend, schmerzhaft, transformativ, Bewusstheit.
  • Unten: Wasser, abfließend, kühlend, loslassend.

Der Titel „aushalten“ verknüpft diese Gegensätze. „Aushalten“ meint hier nicht das machtlose Erdulden von Schmerz oder Spannung, sondern das Gleichzeitigsein entgegengesetzter Kräfte – das innere Feuer (Emotion, Wut, Energie, (die nicht herausgetragen werden können) und das kühlende Wasser (Tränen, Verzweiflung, Erschöpfung, welche spürbar werden, weil sie außerhalb des seelischen Erlebens spürbar werden).

Die Hände wirken wie Werkzeuge zwischen den Polen – sie verbrennen sich, sie geben ab, lassen los. Sie sind Sinnbild für den Versuch, etwas zu halten, das eigentlich nicht haltbar ist – eine Situation, eine Unterstützung, ein Gefühl oder eine Verantwortung, die zu heiß geworden ist.

Erschöpfte Lebendigkeit

Das visuelle Spannungsfeld zwischen Feuer und Wasser, zwischen Aktivität (Hände, Tat) und Passivität (Fließen, Ergebenheit), lässt sich auch psychologisch deuten:

  • Es zeigt die Kraft im Durchhalten, aber auch die omnipräsente Zerreißprobe.
  • Aushalten“ wird zur Grenzerfahrung, zwischen Verbrennen und Reinigen.
  • Der eigene Körper, die eigene Seele (Hände) zwischen den Elementen, die das willentliche Wirken, stark beeinflussen und sogar unmöglich machen.

Wenn man das Bild länger betrachtet, kippt es von Schmerz zu Reinigung, von Überforderung zu Wandlung. Es ist kein resigniertes, sondern ein ehrlich erschöpftes, aber noch lebendiges Bild.

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