Das Werk „Lebensfreude“ zeigt einen kraftvollen, strukturierten Baum als Sinnbild des menschlichen Daseins. Es vereint Verwurzelung und Aufbruch, Licht und Erde, Werden und Vergehen – und macht deutlich, dass echte Lebensfreude nicht in Leichtigkeit oder Ablenkung besteht, sondern im bewussten Mitvollzug des Lebenskreislaufs.

Lebensfreude
Der plastisch gearbeitete Stamm und die hervortretenden Wurzeln verleihen dem Bild Körper und Präsenz. Sie symbolisieren Stärke, Standhaftigkeit und die tiefe Verbindung mit der Erde. Die grüne Landschaft steht für Wachstum und Hoffnung, während der goldgelbe Hintergrund Licht, Wärme und Bewusstsein verkörpert. Zwischen diesen Polen entfaltet sich der Baum als lebendige Mitte – er atmet, er hält, er lässt los.
Die roten und grünen Blätter markieren die Übergänge zwischen Fülle und Wandel:
Freude und Veränderung sind hier untrennbar. Selbst die fallenden Blätter verlieren nichts, sie kehren zurück in den Kreislauf. So entsteht eine stille Erkenntnis:
Lebensfreude ist kein flüchtiger Zustand, sondern ein Rhythmus – ein Gleichgewicht zwischen Festhalten und Loslassen.
Künstlerisch betrachtet, bricht das Werk mit glatten Oberflächen und zeigt stattdessen eine greifbare, organische Materialität. Es fordert Nähe und Berührung – ein bewusster Gegenakzent zur digitalen Entkörperlichung unserer Zeit. Die Struktur wird zur Sprache des Lebendigen.
Philosophisch öffnet das Bild eine Haltung: Lebensfreude bedeutet, in der eigenen Tiefe verwurzelt und dennoch offen für Wandel zu sein. Sie ist eine Form der Zustimmung zum Dasein, nicht als Perfektion, sondern als Prozess.
Essenz:
“Lebensfreude“ steht für das Ja zum Leben in seiner ganzen Spannbreite – für die Kraft, die aus Verwurzelung, Bewusstsein und Wandel entsteht.
Der Baum wird zum Selbstporträt des Lebendigen: geerdet, atmend, unvollkommen – und gerade darin vollkommen lebendig.
