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Collage Elisabeth Schäffler Kunst

Sommerabend

Sommerabend” zeigt eine Figur, die durch einen rosafarbenen Riss aus Muster- und Stadtfragmenten hervortritt – oder in sie zurücksinkt.

Doldenblüten legen sich über den Blick: Sehen kippt in Erinnerung. Innen herrscht Stille (Schwarzweiß), außen ein flirrendes Rauschen aus Stoffen, Strukturen und Raster. Der Sommer ist reif und schwer; Schönheit und Müdigkeit liegen dicht beieinander. Das Werk “Sommerabend” fragt, ob Selbstwerdung ein stiller Durchbruch ist – oder nur eine neue, zarte Maske.

In “Sommerabend” nutzt die Künstlerin die Grammatik der Collage, um einen Kippmoment festzuhalten: Reife, bevor die Nacht fällt. Ein schwarz-weißes Porträt ruht im Zentrum; Doldenblüten überlagern die Augen, als trüge die Wahrnehmung selbst Samen.

Der rosafarbene Riss – Blüte, Haut oder Kulisse – öffnet einen Durchgang zwischen Innerem und Außenwelt. Um die Figur schichten sich Stadt- und Stoffmuster, glänzend, gerastert, beinahe laut. Die Farbigkeit außerhalb kontrastiert die gedämpfte Mitte:

Stille gegen Zivilisationsrauschen.

„Sommerabend“ markiert damit keinen romantischen Frieden, sondern eine fragile Schwelle. Ist der Riss ein Aufbruch oder dekorierte Maskierung?

Verleiht Natur dem Ich Tiefenschärfe – oder verschleiert sie es nur schöner? Die Collage behauptet beides zugleich und hält die Entscheidung aus.

Genau darin liegt ihre Ruhe.

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